Schnellladesäulen in Deutschland – Ionity mit Monopol?

Februar 5, 2020

Wie viele Schnellladesäulen gibt es in Deutschland?

Ein vermeintliches Fehlen von Ladeinfrastruktur wird oft als Argument gegen Elektromobilität ins Feld geführt, aber inzwischen sind deutschlandweit mehr als 24.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte verfügbar. Etwa 3.600 davon sind Schnellladesäulen, die Langstreckenfahrten mit Elektroautos ermöglichen. Bei etwa 900 dieser Schnelllader handelt es sich um sogenannte High Power Charging Säulen (HPC) die zwischen 150 und 350 kW Leistung liefern können.
Je nach Fahrzeug und Leistung kann an diesen High-Power Chargern in 15 bis 30 Minuten genug Reichweite für weitere 2 Stunden Fahrt geladen werden.
Bereits heute ist Deutschland mit diesen Ladestationen flächendeckend ausgerüstet. Allerdings ist das Angebot relativ fragmentiert.

Ionity schlägt Wellen

Vergangene Woche kündigte Ionity, ein Betreiber von Schnellladesäulen in ganz Europa an, seine Preise deutlich zu erhöhen und verlangt seit Februar 79 Cent/kWh. Ionity betreibt aktuell etwa 50 Stationen in Deutschland mit meistens 4 Ladesäulen pro Standort, in Summe also circa 200 Ladepunkte. Von den 900 HPC Ladern entfallen so etwa 22 % auf Ionity. Die Firma musste dafür einiges an Kritik einstecken, da viele diesen Schritt als schädlich für die Elektromobilität als Ganzes sehen.

Auch Konkurrenten bauen Ladeinfrastruktur auf

Neben Ionity gibt es aber auch andere Anbieter. So zum Beispiel die niederländische Firma Fastned, die aktuell immerhin 15 Standorte in Deutschland betreibt. Auch der Energieversorger EnBW will bis Ende des Jahres 2000 eigene Schnellladesäulen in Betrieb nehmen, allerdings ist unklar, wie viele davon HPC-Lader werden.
Spannend sind aber auch Projekte von Firmen, die eigentlich wenig mit Elektroautos zu tun haben: Mineralölkonzerne.
Sowohl Shell als auch Total und BP (Aral) planen den Aufbau eigener Ladesäulen an bestehenden Tankstellen. Shell gab erst diese Woche bekannt die Zahl der geplanten HPC Ladepunkte auf 200 verdoppelt zu haben. Auch Total will 200 HPC Lader an 70 Standorten errichten.
In nicht allzu ferner Zukunft wird es also zu deutlich mehr Wettbewerb zwischen den Ladesäulen Betreibern kommen. Ob Ionity dann die aktuellen Preise durchsetzen kann ist fraglich. Die Preisgestaltung der einzelnen Anbieter wird aber weiterhin in Bewegung bleiben.

Tesla Supercharger als eigenes Ladenetz

Tesla geht nach wie vor einen eigenen Weg beim Schnellladen und setzt auf die proprietären Supercharger, an denen nur mit Model 3, Model S und Model X geladen werden kann. Zum Ausbau eines eigenen Ladenetzes hat Tesla sich entschlossen, da 2013 schlicht kein anderer Anbieter vorhanden war. In Deutschland betreibt die kalifornische Firma knapp 80 Standorte mit etwa 680 Ladesäulen an denen Tesla auch die volle Gestaltung der Preise besitzt. Aktuell werden hier 33 Cent/kWh fällig.
In den USA gibt es übrigens bereits riesige Ladeparks mit bis zu 40 Superchargern. Ähnliche Pläne gibt es zurzeit für einen Standort am Autobahnkreuz Hilden in der Nähe von Düsseldorf. Hier sollen bis zu 40 Tesla Supercharger und 20 HPC Lader von Fastned errichtet werden.

Foto: Ionity & Tesla

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