Der Byton M-Byte – das volldigitale E-Auto

März 10, 2020

Bytes on Wheels

Das chinesische E-Auto Start-up Byton hat es sich zum Ziel gesetzt die User-Experience der Passagiere vollständig zu digitalisieren und sich so vom E-Pionier Tesla abzugrenzen. Kern der Strategie sind neben zahlreichen digitalen Services vor allem das zentrale 48 Zoll große Infotainment Display.

Gegründet wurde die Firma 2016 von ehemaligen Führungskräften von BMW und Nissan mit Unterstützung der chinesischen Konzerne Tencent und Foxconn. 2018 beteiligte sich auch die chinesische Regierung indirekt über die staatseigene FAW Group an dem Unternehmen.

Überschwängliche Versprechen: Fehlanzeige

Während sich Elektroauto Start-ups üblicherweise mit Reichweite-Versprechen weit aus dem Fenster lehnen bietet der Byton M-Byte zwei Konfigurationen, die man als bodenständig bezeichnen kann. Die kleinere Batterie mit 72 kWh Kapazität soll so 360 Kilometer nach WLTP bieten, während die größere Version mit 95 kWh auf 435 Kilometer kommt und zusätzlich Allradantrieb bietet. Behält man den Heckantrieb bei, sollen mit dem großen Akku sogar 460 Kilometer erreicht werden.

Ein überraschend passender Vergleich lässt sich mit dem Audi e-tron ziehen, der den M-Byte nur um wenige Zentimeter überragt und ebenfalls mit zwei Akkugrößen von 71 (50 quattro) und 95 kWh (55 quattro) angeboten wird. Die WLTP Werte des Audi werden mit 276–336 Kilometern bzw. 365–436 Kilometern angegeben, wobei sich die Bandbreite durch die verschiedenen Sonderausstattungen ergibt.
Auch bei der Schnellladung zieht Byton mit Audi gleich und bewirbt 150 kW Leistung, wobei dieser Wert nur auf die große Batterie zutreffen dürfte.

Spannend wird der Vergleich aber, wenn man den Preis betrachtet. Der M-Byte soll hierzulande nämlich ab 53.500 € zu haben sein, unterbietet also den Audi e-tron 50 quattro (69.100 €) deutlich. Der Aufpreis für die größere Batterie ist allerdings noch nicht bekannt.

Wenig überraschende Verzögerung der Markteinführung des Byton M-Byte

Während noch im April 2019 die Rede von einem Marktstart in Europa für Ende 2020 war, soll der Byton M-Byte jetzt Ende 2021 nach Deutschland kommen. Aufmerksamen Beobachtern wird in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass quasi kein neues Elektroauto wie geplant auf den Markt kommt, sei es Starttermin oder Stückzahlen. Bei Byton wird auch der Abgang von CEO und Mitgründer Carsten Breitfeld aufgrund von Zerwürfnissen mit der FAW Group Auswirkungen auf den Zeitplan gehabt haben. Er verließ Anfang 2019 das Unternehmen und wechselte zum strauchelnden US-Start-up Faraday Future.

Der Vertrieb soll ähnlich wie bei Tesla und Polestar direkt vom Hersteller zum Endkunden ablaufen. Bis auf einige Flagshipstores in Großstätten wird es also kein Händlernetz geben. Ein mobiles Serviceteam soll bei Bedarf zum Kunden kommen, um Reparaturen vor Ort durchzuführen. Für größere Reparaturen kann per App eine Abholung vereinbart werden.

Foto: Byton

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