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Urlaub mit dem E-Auto: Keine Angst vor großen Strecken

#Allgemeines
Vor wenigen Jahren noch musstest Du für längere Fahrten mit dem Elektroauto viel Zeit und Geduld mitbringen. Das hat sich seither massiv verbessert. Moderne Modelle mit E-Motor schaffen oft schon bis zu 500 Kilometer am Stück. Dennoch solltest Du ein paar Aspekte für den Urlaubstrip beachten. Wir haben das anhand einer etwa 600 Kilometer langen Tour von München bis an die Adria mit einem Skoda ENYAQ iV 80 einmal durchgespielt.
Einmal über die Berge und ans Meer – das ist noch immer einer der beliebtesten Familienurlaube für viele Münchner. Aber geht das auch mit Elektroauto, ohne dass die Fahrt durch zu viele Ladestopps für Eltern und Kids zur Tortur wird. Immerhin ist der 1370 Meter hohe Brennerpass zu überwinden und es geht ab Innsbruck lange bergauf. Und das Auto ist mit Kind und Kegel schwer beladen – da kommen bei einigen schnell „Reichweitenängste“ auf. Völlig unbegründet, wie sich gleich zeigen wird.
Wir wollen die Tour ans Meer exemplarisch mit einem Skoda ENYAQ iV 80 durchspielen. Es geht von München via Inntalautobahn über den Brenner, vorbei am Gardasee und Verona bis an den Badeort Lido delle Nazioni an der nördlichen Adria. Die Strecke hat eine Länge von fast 600 Kilometern, unser Skoda eine theoretische Reichweite von bis zu 510 Kilometern laut Herstellerangabe.

Streckenplanung aus mit einem Routenplaner für E-Autos:

Heute gibt es eine Reihe recht guter Tourplaner speziell für Elektroautos. Die besseren unter ihnen finden nicht nur die Tankstellen, sondern rechnen dir sogar speziell für dein Modell punktgenau die Zahl der „Tankstopps“ sowie die Ladedauer aus.

Eine gute Wahl ist zum Beispiel der Online-Tourplaner „GoingelEctric.de“. Wenn wir unseren Start- und Zielpunkt sowie den Fahrzeugtyp dort eingeben, spuckt der Planer im Nullkommanix folgende Daten aus:

Alternative 1 – mit zwei Zwischenstopps:

  • Tourdauer inklusive Ladezeit: 7 Stunden 33 Minuten für 591 Kilometer
  • Annahme: Wir starten in München mit 100 % Batteriekapazität
  • 1. Stopp: nach 3 Stunden 25 Minuten an der ENI-Tankstelle Paganella Ovest


  • Dort kommen wir mit 18 % Restladung der Batterie an und gehen für 17 Minuten an die Steckdose. In dieser Zeit laden wir die Batterie auf 37 % Kapazität nach. Das Ganze ist also nicht mehr als eine kurze Cafepause mit Beine vertreten.

    Und das Tolle: Das Laden ist an dieser Station ist sogar kostenlos – auch das verrät uns der komfortable Routenplaner. Nach dem kurzen Stopp fahren wir weiter.
  • 2. Stopp: nach 107 Kilometern an der Station Esselunga Verona Fiera. Dort kommen wir mit 10 % Restladung an. Hier gehen wir noch einmal für 36 Minuten an die Steckdose und laden die Batterie bis 50 % auf. Danach können wir die Fahrt fortsetzen.
  • Ankunft am Zielort Lido delle Nazioni mit 10 % Restladung


  • Das ist das, was GoingElectric als erstes vorschlägt. Aber natürlich kannst Du es auch umplanen, indem Du den zweiten Stopp aus der Tour nimmst. Das geht mit dem Tourplaner ganz leicht.

    Alternative 2 mit einem Zwischenstopp:

    Dann musst Du allerdings aus deiner Cafe-Pause ein Mittagessen machen.

  • Der Tourplaner errechnet dabei, dass Du für 72 Minuten an die Steckdose musst, um die Batterie so auf 77 Prozent nachzuladen. Bei dieser Alternative erreichst Du schließlich mit 11 % Restladung den Zielort.
  • Die Tourdauer verlängert sich bei dieser Alternative leicht – auf 7 Stunden und 48 Minuten
  • Hier noch ein paar Tipps für deine Tourplanung – im Web oder via App:

  • goingelectric
  • Wenn Du die Strecke mit GoingElectric am PC geplant hast, sind die Apps „Wattfinder“ und „NextPlug“ zu empfehlen. Denn beide Apps und auch „GoingPublic“ greifen auf dasselbe Ladestellenverzeichnis zurück, sodass es keine bösen Überraschungen gibt.
  • Ausschließlich für iOS eignen sich die Apps „chargEV“ und „PlugFinder“.
  • Auch Google Maps zeigt dir seit kurzem Lademöglichkeiten an – zumindest die von „ChargePoint“ und „Tesla“.
  • Im Folgenden stellen wir Dir ein paar aktuelle E-Auto-Modelle mit guten Reichweiten vor und erklären Dir, wovon Reichweite und Kilometerkosten eines Elektroautos generell abhängen:

    Erschwingliche E-Auto-Modelle mit rund 500 km Reichweite:

    Ja, die Urlaubstour mit einem Elektroauto muss derzeit noch etwas besser geplant werden als mit einem Fahrzeug mit konventionellem Verbrenner. Dennoch ist die „Reichweitenangst“, die viele Autofahrer noch immer haben, zunehmend unbegründet. Elektroautos entwickeln immer bessere Langstrecken-Qualitäten.

    Nachfolgend ein paar Reichweiten-Könige für den normalen Geldbeutel:

  • Tesla Model 3 mit Long Range Battery: 568 Kilometern Reichweite, ab 52.965 Euro
  • Skoda Enyaq iV 80 (2021): Reichweite 434 km, ab 43.950 Euro
  • VW ID.4: Reichweite 402 km, ab 44.450 Euro
  • Hyundai Kona Elektro/ 64 kWh: 445 Kilometern Reichweite, ab 41.850 Euro
  • Kia e-Niro Edition 7/ 64 kWh: 385 Kilometern Reichweite, ab 39.090 Euro
  • Kia e-Soul/ 64,0 kWh: 391 km Reichweite, ab 37.790 Euro


  • Und denk daran: Der Staat bezuschusst die Anschaffung eines E-Autos mit bis zu 9.000 Euro. In unserem Blog findest Du mehrere Beiträge zu diesem Thema.

    Wovon hängen Reichweite und Kilometerkosten eines E-Autos ab?

    In erster Linie hängen die Kilometerkosten eines Elektroautos von ihrem Verbrauch ab. Besonders effiziente Modelle wie etwa der BMW i3 oder ein Hyundai Kona begnügen sich mit durchschnittlich rund 15 kWh Strom pro 100 gefahrener Kilometer. Und eine Kilowattstunde Strom kostet in Deutschland rund 30 Cent im Durchschnitt – abhängig vom Anbieter und auch der Region. Verbrauchsarme E-Auto kosten dich pro 100 Kilometer also rund 4,50 Euro. Ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor benötigt rund acht Liter Benzin auf 100 Kilometer. Bei einem Benzinpreis von 1,43 Euro pro Liter ergeben sich also zehn Euro pro 100 Kilometer – mehr als das Doppelte!
    Wieviel dein Elektroauto tatsächlich im Alltag verbraucht, hängt von mehreren Faktoren ab, ganz besonders aber vom Modell und der Motoreffizienz.

    Pauschal lässt sich sagen: Je größer und schwerer das Auto, desto höher ist auch der Verbrauch – da lässt sich die Physik nicht überlisten. Für die Ökobilanz eines Elektroautos spielt die Effizienz die entscheidende Rolle, aber natürlich auch für die monatlichen Kosten. Je nach Gewicht und Effizienz können sich deshalb auch E-Autos der gleichen Fahrzeugklasse erheblich unterscheiden. Die Herstellerangaben liegen dabei häufig deutlich unter dem Realverbrauch im Alltag. Das ist nicht anders als bei Modellen mit Verbrennungsmotor auch.

    Ein weiterer erheblicher Faktor für die Reichweite ist natürlich deine Fahrweise. Wenn du gerne flott unterwegs bist und an der Ampel immer der erste sein willst, reduziert das die Reichweite deines E-Autos deutlich. Auch die Außentemperatur und der Einsatz der Klimaanlage spielen eine Rolle. Im Winter sinkt die Reichweite, aber das kennst Du auch von deinem Smartphone, das schneller schlapp macht, wenn es kalt ist. Im Sommer schränkt ein häufiger Einsatz der Klimaanlage die Reichweite ein. Denn sie ist einer der größten elektrischen Verbraucher in deinem Auto.
    Übrigens: Laut einer Studie des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg Ifeu entstanden ist, legen deutsche Pendler an vier von fünf Tagen mit dem Auto nur maximal 40 Kilometer zurück. Das schafft schon heute das kleinste E-Auto problemlos.