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Das Wichtigste zum Typ-2-Ladekabel

#Laden zu Hause
Immer mehr Leute in Deutschland entscheiden sich für den Umstieg auf ein Elektroauto. Jedoch spätestens, wenn es um die Anschaffung eines Ladekabels geht, ergeben sich einige neue Fragen: Welches Ladekabel brauche ich – mit Typ-1 oder Typ-2-Stecker? Ist ein Mode 2 oder Mode-3-Kabel das Richtige? Sollen eher 11 kW oder 22 kW Ladeleistung gewählt werden? Und wie sieht es mit der Kabellänge aus? In unserem Blogbeitrag geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welches ist der richtige Stecker beim Ladekabel – Typ-1 oder Typ-2?

Glücklicherweise ist diese Frage seit einigen Jahren leicht zu beantworten. Denn nahezu alle neu in Deutschland zu gelassenen E-Autos haben fahrzeugseitig einen Typ-2-Stecker verbaut. Dieser Steckertyp hat sich als Standard in ganz Europa durchgesetzt. Lediglich einige ältere Modelle von asiatischen Elektroautoherstellern wie NISSAN sind noch mit dem Typ-1-Stecker ausgestattet. Für das Laden mit Wechselstrom (AC) an einer öffentlichen AC-Ladestation oder der heimischen Wallbox ist in der Regel ein Typ-2-Ladekabel (Mode 3) mit Typ-2-Steckern auf beiden Seiten erforderlich.

Hinweis: Für das Schnellladen mit Gleichstrom (DC) muss kein extra Ladekabel erworben werden. Der Grund dafür: DC-Schnellladestationen besitzen bereits ein festintegriertes Ladekabel.

Wofür steht der Mode-Zusatz bei Ladekabeln?

Vereinfacht gesprochen beschreit der Mode, wie die Kommunikation zwischen der Stromquelle und dem E-Auto abläuft. Bei Mode 3 kommuniziert das E-Auto direkt mit einer Stromquelle, etwa mit einer öffentlichen AC-Ladestation oder der heimischen Wallbox.

Für das Laden mit Wechselstrom (AC) an einer Wallbox oder öffentlichen AC-Ladestation ist ein Typ-2-Ladekabel mit dem Zusatz Mode 3 erforderlich. Beim Mode-2-Laden ist die Stromquelle nicht kommunikationsfähig. Ein Beispiel hierfür ist die klassische Schuko-Steckdose zu Hause. Um das E-Auto trotzdem als Notlösung über die Haushaltssteckdose laden zu können, ist ein ICCB-Kabel (Mode 2) notwendig. Dieses Kürzel steht für In-Cable Control Box.

Die Box in Form eines Ziegelklotzes übernimmt die Kommunikation mit dem E-Auto und regelt bzw. sichert die Ladeströme ab. Als Ladeleistung über die Schuko-Steckdose sind so jedoch maximal 2,3 kW möglich. Die Vollladung eines E-Autos dauert so bis zu 24 Stunden und ist nicht zu empfehlen.

Brauche ich ein 11 kW oder ein 22 kW Typ-2-Ladekabel?

Ob ein Typ-2-Ladekabel mit 11 kW oder 22 kW Ladeleistung die richtige Wahl ist, hängt einerseits vom verbauten On-Board-Lader im E-Auto ab. Und andererseits von der installierten Wallbox bzw. AC-Ladestation. Denn damit die Hochvoltbatterie eines Elektroautos mit Wechselstrom aus dem Hausanschluss geladen werden kann, ist das Fahrzeug mit einem Wechselrichter bzw. einem On-Board-Lader ausgestattet.

Dieser wandelt den Wechselstrom (AC) aus der Wallbox in Gleichstrom (DC), der zum Laden der E-Auto-Batterie notwendig ist. Die meisten neuen E-Autos in Deutschland werden mit einem 11 kW On-Board-Lader ausgeliefert, der das Laden mit maximal 11 kW erlaubt. Folglich ist in der Regel ein 11 kW Typ-2-Ladekabel (Mode 3) die richtige Wahl. Einige Modelle wie der Renault ZOE, Smart EQ, Porsche Taycan, Audi e-tron oder der Mercedes EQS können optional sogar mit einem 22 kW On-Board-Lader bestellt werden.

Bei diesen Fahrzeugen macht ein 22 kW Typ-2-Ladekabel (Mode 3) Sinn. Hierbei gilt es aber zusätzlich zu beachten, dass auch eine 22 kW Wallbox bzw. Ladestation vorhanden sein muss. Nur so kann die maximale AC-Ladeleistung von 22 kW abgerufen werden. Ob jedoch zu Hause eine 22 kW Wallbox installiert werden kann, hängt von der kostenpflichtigen Genehmigung des Netzbetreibers ab.

Tipp: Auf manchen Ladekabeln ist statt der maximalen Ladeleistung in kW (Kilowatt) nur die Stromstärke in Ampere (A) angegeben. Dabei entsprechen 16 Ampere exakt 11 kW Ladeleistung und 32 Ampere folglich einer Ladeleistung von 22 kW.

Welche Kabellänge ist beim Ladekabel sinnvoll?

Von der kurzen 4-Meter-Ausführung bis hin zur langen 10-Meter-Version sind Typ-2-Ladekabel in zahlreichen Kabellängen erhältlich. Die Länge des Ladekabels sollte dabei grundsätzlich stets in Abhängigkeit von der Fahrzeuglänge, der Parkposition zu Hause und der Position des Ladeanschlusses am E-Auto gewählt werden. Als Faustformel zur Bestimmung der Mindestlänge des Ladekabels dient folgende Formel:

Mindestlänge des Ladekabels = Fahrzeugbreite + Fahrzeuglängebr>

Mit dieser einfachen Formel ist sichergestellt, dass das Ladekabel mindestens einmal um das E-Auto herumreicht. Liegt der Ladeanschluss des E-Autos auf der linken Fahrzeugseite, ist es ratsam, die Mindestlänge um rund 50 Zentimeter zu erhöhen. Der Grund: Viele öffentliche Ladestationen werden automatisch am rechten Straßenrand angebracht.

Welche Hersteller sind für ein Typ-2-Ladekabel empfehlenswert?

Wie bereits bei Wallboxen nimmt auch bei Ladekabeln die Anzahl an Ladekabelherstellern rasant zu. Insbesondere chinesische Anbieter versuchen mit sehr günstigen Ladekabeln Kunden für sich zu gewinnen.

Ob diese jedoch auch nach dem regelmäßigen Gebrauch halten, was sie versprechen, steht in den Sternen. Denn ein Ladekabel muss selbst unter widrigen Witterungsbedingungen wie Kälte oder Hitze einwandfrei und vor allem sicher funktionieren. Und das nicht nur einmalig, sondern über mehrere Jahre. Dementsprechend ist es ratsam, bei Ladekabeln auf Produkte von etablierten Kabelherstellern zurückzugreifen.

Hier bieten sich beispielsweise folgende Hersteller an, die schon seit mehreren Jahren erfolgreich Ladekabel und Wallboxen produzieren:

  • Mennekes Elektrotechnik GmbH & Co. KG (NRW)
  • Phoenix Contact GmbH & Co. KG (NRW)
  • ABL Sursum (Bayern)
  • Webasto SE (Bayern)
  • HARTING Automotive GmbH (NRW)

Fazit

Zum Laden mit Wechselstrom ist für die meisten E-Autos in Europa ein Typ-2-Ladekabel (Mode 3) mit 11 kW Ladeleistung die beste Wahl. Zur Bestimmung der Kabellänge empfiehlt es sich, die Fahrzeuglänge und -breite, sowie die Position des Ladeanschlusses mit zu berücksichtigen. Zusätzlich ist es eine Überlegung wert, sich für ein Markenprodukt eines etablierten Herstellers zu entscheiden, um das Kabel auch langfristig sicher nutzen zu können.
Bildnachweise: Eigene Darstellung, ABL SURSUM

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