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Neue EU-Regeln für Wallboxen ab 2027: Vermeide den Fehlkauf

Zuletzt aktualisiert: 22. Okt. 2026
Neue EU-Regeln für Wallboxen ab 2027: Vermeide den Fehlkauf - Einfach E-Auto

Du hast ein E-Auto bestellt und planst in Kürze die Anschaffung einer Wallbox? Dann solltest du ein Datum kennen: den 1. Januar 2027. Ab diesem Tag betreffen neue Regeln der europäischen AFIR-Verordnung erstmals auch private Ladepunkte. Wallboxen, die ab diesem Zeitpunkt neu installiert werden, müssen einen neuen Kommunikationsstandard beherrschen. Nicht jedes Modell, das heute noch im Handel ist, erfüllt diese Anforderung.

Inhaltsverzeichnis

In diesem Artikel erfährst du, wie dich die AFIR-Verordnung als Wallbox-Käufer betrifft und woran du eine zukunftssichere Wallbox erkennst. Außerdem stellen wir dir drei Modelle vor, die schon für die neue Wallbox-Pflicht 2027 gerüstet sind, und zeigen dir, welche Wallboxen auslaufen.

Warum die AFIR-Verordnung jetzt auch dein Zuhause betrifft

Die EU-Verordnung AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) gilt seit dem 13. April 2024 verbindlich in allen Mitgliedstaaten. Ihr Ziel ist ein einheitliches, nutzerfreundliches und interoperables Ladenetz, an dem du unabhängig von Anbieter und Fahrzeug laden kannst.

Welche Wallbox passt zu mir?
Welche Wallbox passt zu mir?

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Bisher hat die AFIR vor allem öffentliche Ladepunkte geregelt. Hier gelten Regeln, wie die Möglichkeit einer Bezahlung per Debit- oder Kreditkarte. Auch Ad-hoc-Laden und Preistransparenz werden im öffentlichen Bereich durch die Verordnung vorgeschrieben.

Nun betrifft eine neue Pflicht der Verordnung auch private Ladepunkte zu Hause. Ab dem 1. Januar 2027 müssen neu installierte Wallboxen dann den Kommunikationsstandard ISO 15118-20 unterstützen. Er regelt die verschlüsselte und intelligente Kommunikation zwischen deinem E-Auto und der Ladestation.

Ab wann gilt die ISO 15118-20 Pflicht und gibt es einen Bestandsschutz?

Die neue Pflicht gilt ab dem 1. Januar 2027. Sie betrifft private Ladepunkte, die ab diesem Stichtag neu installiert oder erneuert werden. Rechtsgrundlage ist eine Ergänzung der AFIR, die Delegierte Verordnung (EU) 2025/656.

Betroffen sind praktisch alle fest installierten Wallboxen für zu Hause. Sie laden im sogenannten Lademodus 3 und müssen ab 2027 den Kommunikationsstandard ISO 15118-20 unterstützen. Die große Ausnahme sind mobile Wallboxen, die du einfach in eine Steckdose steckst. Für sie gilt die Pflicht nicht, du kannst sie also auch ab 2027 ohne Einschränkung kaufen und nutzen.

Wichtig ist außerdem der Bestandsschutz: Wird deine Wallbox noch bis zum 31. Dezember 2026 installiert und in Betrieb genommen, muss sie ISO 15118-20 nicht beherrschen. Du darfst sie dann dauerhaft weiter nutzen und musst sie weder nachrüsten noch austauschen.

Neue EU-Regeln gelten ab 2027 für das Laden

Wann gilt ein Ladepunkt als “erneuert”?

Ein Ladepunkt gilt als erneuert, wenn seine wesentliche Ausstattung zu einem großen Teil oder vollständig ersetzt wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die wesentliche Elektronik ausgetauscht oder neue Kommunikationshardware eingebaut wird. Auch eine so umfassende Modernisierung, dass die Wallbox danach funktional einem Neubau entspricht, zählt als Erneuerung.

Keine Erneuerung sind dagegen die regelmäßige Wartung, eine Reparatur bei einem Defekt oder der Tausch einzelner Hardware-Komponenten, wie dem Ladekabel.

Was ist ISO 15118-20?

ISO 15118-20 ist die zweite Generation der internationalen Norm für die Kommunikation zwischen E-Auto und Ladestation und löst die ältere ISO 15118-2 ab. Sie ermöglicht Plug & Charge, bei dem das Laden ohne App oder Ladekarte startet, sobald du den Stecker einsteckst, und schafft die Grundlage für bidirektionales Laden. Vorgeschrieben ist aber nur der Standard, nicht die Funktionen selbst. Ob du diese nutzen kannst, hängt auch von deinem E-Auto und der Software deiner Ladestation ab. Mehr zum neuen Standard erfährst du in unserem Artikel ISO 15118-20 vs. ISO 15118-2.

Was bedeutet die Wallbox Pflicht 2027 für meinen Wallbox-Kauf?

Entscheidend für deinen Kauf einer Ladestation ist zunächst das Datum. Baust du eine neue Wallbox bis zum 31. Dezember 2026 neu ein, hat sie dauerhaft Bestandsschutz und darf auch 2027 normal in Betrieb bleiben. Geht sie dagegen erst ab 2027 ans Netz, muss sie ISO 15118-20 beherrschen. Rechnest du mit einem Anschluss erst im neuen Jahr, wähle also gleich eine AFIR-Wallbox.

Achte dabei auch auf die Formulierungen der Hersteller. „ISO-15118-ready“ bedeutet meist nur, dass die Hardware eingebaut ist und die Software später per Update folgt. Prüfe deshalb, ob der Standard bereits aktiv oder nur angekündigt ist.

Checkliste: Woran du eine AFIR-fähige Wallbox erkennst

Bevor du dich für ein Modell entscheidest, lohnt sich ein kurzer Check. Mit diesen fünf Fragen findest du heraus, ob eine Wallbox auch nach dem Stichtag noch zu deinen Plänen passt:

  1. Ist die Wallbox fest installiert (Lademodus 3) oder mobil (Lademodus 2)?
  2. Wird sie vor oder nach dem 1. Januar 2027 angeschlossen?
  3. Nennt das Datenblatt ausdrücklich ISO 15118-20 und nicht nur ISO 15118 oder ISO 15118-2?
  4. Ist die Funktion schon aktiv oder nur angekündigt? Gibt es einen Termin für das Firmware-Update?
  5. Ist die nötige Hardware eingebaut, also ein PLC-Modem für die Kommunikation über das Ladekabel? Fehlt es, lässt sich die Wallbox nicht per Update nachrüsten.

Ausführlichere Tipps findest du in unserem Ratgeber So erkennst du eine AFIR-fähige Wallbox.

Diese 3 Wallboxen sind schon AFIR-ready

Die folgenden drei Wallboxen bringen die Hardware für ISO 15118-20 bereits mit. Damit kannst du sie auch ab 2027 neu installieren lassen.

go-e Charger CORE 11 kW

Der go-e Charger CORE ist eine kompakte Wallbox mit fest angeschlagenem 6-Meter-Typ-2-Kabel. Ab Werk lädt er mit 11 kW, dein Elektriker kann ihn auf 22 kW freischalten. Zusammen mit dem go-e Controller lädt er bevorzugt mit Solarstrom und schaltet automatisch zwischen ein- und dreiphasigem Laden um.

Für die neuen Regeln ist der CORE gut aufgestellt. ISO 15118-2 ist seit Firmware 60.5 aktiv, die Unterstützung für ISO 15118-20 plant go-e per Update für das vierte Quartal 2026. Die Hardware für mögliche neue Funktionen ist damit bereits vorhanden. Der CORE ist ideal für dich, wenn du eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hast und eine flexible und vernetzte Wallbox suchst.

go-e Charger Core für die neuen EU-Anforderungen 2027

Easee Charge Max 11 kW / 22 kW MID

Die Easee Charge Max lädt mit einer konfigurierbaren Ladeleistung von bis zu 22 kW und verfügt über einen MID-zertifizierten Zähler. Damit eignet sie sich bestens, wenn du den Ladestrom für deinen Dienstwagen genau erfassen willst.

Laut dem Hersteller Easee wird jedes Gerät so ausgeliefert, dass es die kommenden Anforderungen der AFIR-Verordnung bereits erfüllt und nicht erst später nachgerüstet werden muss. Die Charge Max passt damit zu dir, wenn du eine schlanke, smarte Ladelösung für die Abrechnung mit dem Arbeitgeber benötigst.

Easee Charge Max für neue EU-Regeln 2027

Elli Charger Connect 2 11 kW

Der Elli Charger Connect 2 kommt von Elli, der Lademarke des Volkswagenkonzerns, und lädt mit einem integrierten Typ-2-Ladekabel bis zu 11 kW. Mit einem kompatiblen Energiezähler lädt er bevorzugt mit Solarstrom. Auch die Einbindung eines dynamischen Stromtarifs ist möglich, so dass du automatisch zu den günstigsten Zeiten lädst. Über EEBUS lässt er sich als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG einbinden, was dir reduzierte Netzentgelte bringt. Schon heute kommuniziert er nach ISO 15118-2 mit deinem E-Auto, neue Funktionen erhält er per Software-Update über die Cloud. Baugleich gibt es ihn auch als VW ID. Charger Connect 2 und CUPRA Charger Connect 2, die speziell auf die jeweiligen Automarken abgestimmt sind.

Elli Charger Connect 2 für neue EU-Pflichten 2027

Weitere Modelle findest du in unserer Kategorie AFIR-Wallboxen.

Welche Wallboxen dürfen ab 2027 nicht mehr installiert werden?

Durch die neuen Regeln werden viele bestehende Wallbox-Modelle, welche ISO 15118-20 nicht erfüllen, aus dem Sortiment der Hersteller und Händler genommen. Als Auslaufmodelle darfst du sie zwar bis zum Stichtag neu einbauen und auch danach betreiben, ohne dass du zum Austausch verpflichtet bist. Allerdings ist beispielsweise der Weiterverkauf ab 2027 nicht mehr möglich, da sie ab dem 1. Januar nicht neu installiert werden darf. Auslaufen werden daher die folgenden Modelle:

  • ABB Terra AC Wallbox (alle Modelle)
  • ABL eMH1 Basic
  • ABL eMH1
  • ABL Pulsar
  • Alfen Eve Single S-Line
  • Alfen Eve Double S-Line
  • Anker SOLIX V1 (alle Versionen)
  • BOSCH Power Charge 7000i Wallbox
  • BOSCH Power Charge 7000i S
  • DaheimLader Smart PRO
  • DaheimLader Touch PRO
  • Delta AC Max Basic
  • dé Wallbox (alle Modelle)
  • dé Dual Wallbox (alle Modelle)
  • Easee Charge Up
  • Fronius Wattpilot Home J 2.0
  • GoodWe GW HCA G2 EV-Wallbox
  • go-e Charger Gemini & Gemini 2.0 (nur fest installierte Version)
  • Heidelberg Energy Control Plus
  • Heidelberg Home Eco
  • Heidelberg Amperfied connect.home
  • Heidelberg Amperfied connect.business
  • Heidelberg Amperfied connect.solar
  • Heidelberg Amperfied connect.solar PRO
  • Huawei Smart Charger
  • Juice Charger ME 3 Wallbox
  • Keba KeContact P30 (alle Modelle)
  • Mennekes Amtron 4You 110
  • Mennekes Amtron 4You 310
  • Myenergi Zappi (alle Modelle)
  • Ohme Home Pro
  • Sigen EV AC Charger
  • Senec Wallbox 11kW Pro S
  • Sungrow AC22E-01
  • Sungrow AC22E-01 MID
  • Technivolt 101
  • Tesla Wall Connector
  • Walther-Werke basicEVO
  • Zaptec Go

Stand: Oktober 2026, auf Basis der Herstellerangaben*.

Tipp: Du hast dein Auge auf eine dieser Ladestationen geworfen? Dann lass deine Wunsch-Wallbox bis zum 31. Dezember 2026 installieren und in Betrieb nehmen. So genießt sie dauerhaft Bestandsschutz. Plane dabei genug Zeit für deinen Elektrikertermin und die Anmeldung beim Netzbetreiber ein, denn gegen Jahresende sind viele Elektrofachbetriebe ausgebucht

Ist eine Wallbox mit ISO15118-20 teurer in der Anschaffung?

Wallboxen mit ISO 15118-20 kosten oft etwas mehr als einfache Modelle, weil es sich dabei in der Regel um smarte Wallboxen handelt. Funktionen wie Laden mit Solarstrom, die Steuerung per App, dynamische Stromtarife oder reduzierte Netzentgelte nach §14a EnWG können dir allerdings im Ladealltag Geld sparen. Außerdem lohnt sich die Investition, wenn du später deine Ladestation weiterverkaufen willst. Eine Wallbox mit ISO 15118-20 kannst du auch nach 2027 problemlos weiterverkaufen. Bei Modellen ohne den neuen Standard wird das schwierig, denn der Käufer darf sie dann nicht mehr neu in Betrieb nehmen.

Fazit: So kaufst du jetzt zukunftssicher

Ab dem 1. Januar 2027 müssen neu installierte Wallboxen ISO 15118-20 unterstützen. Deine bestehende Wallbox und mobile Ladegeräte im Lademodus 2 sind davon nicht betroffen. Kaufst du jetzt eine fest installierte Wallbox, achte auf ISO 15118-20 im Datenblatt und beachte den aktuellen Stand der entsprechenden Firmware-Updates. Handelt es sich bei deiner gewünschten Ladestation um ein Auslaufmodell, lass es noch 2026 installieren.

Zukunftssichere Modelle findest du in unserer Kategorie AFIR-Wallboxen. Du bist unsicher, welche Wallbox zu dir passt? In unserer Kaufberatung helfen wir dir gerne weiter.

*Nicht alle Hersteller informieren zur Zeit offen, ob ihre Wallboxen ISO 15118-20 unterstützen oder aus dem Programm genommen werden. Die Liste basiert auf öffentlichen Herstellerangaben und eigenen Recherchen, ist ohne Gewähr und kann sich jederzeit ändern.

Bildrechte: go-e GmbH, Easee AS, Volkswagen Group Charging GmbH

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