So erkennst du eine AFIR-fähige Wallbox
Ab 2026 ändern sich die technischen Anforderungen an Ladepunkte in der EU spürbar. Wenn du jetzt den Kauf einer Wallbox planst oder deine bestehende Anlage erweitern willst, solltest du wissen, wie du eine AFIR-fähige Wallbox erkennst und welche Modelle durch die neue Verordnung vom Markt verschwinden. Unser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, worauf es ankommt.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet AFIR-fähig?
Die AFIR-Verordnung der Europäischen Union gilt seit April 2024 in allen Mitgliedstaaten und legt die Mindeststandards für Ladeinfrastruktur fest. Im Kern der technischen Anforderungen steht die Kommunikation zwischen Ladepunkt und Fahrzeug nach dem Standard ISO 15118. Dieser bildet die Grundlage für Plug & Charge, Smart Charging und bidirektionales Laden. Zwei Fristen sind bei der Umsetzung entscheidend:
- Ab 8. Januar 2026: ISO 15118-2-Pflicht für neu installierte oder umfassend renovierte öffentlich zugängliche Ladepunkte.
- Ab 1. Januar 2027: ISO 15118-20-Pflicht für alle neuen Ladepunkte. Betroffen sind hier auch private und nicht öffentlich zugängliche Wallboxen.
Teil uns mit, welche besonderen Features deine Wallbox mitbringen soll. Mit unserem Assistenten findest du die perfekte Ladelösung für all deine Ansprüche.
Gut zu wissen: Einfache, kostengünstige (mobile) Wallboxen ohne Internetanbindung erfüllen in der Regel nicht mehr die AFIR-Anforderungen. Das betrifft auch beliebte Modelle wie die Heidelberg Home Eco, der Huawei Smart Charger oder die Anker Solix V1. Für die ISO 15118-Kommunikation ist allerdings eine stabile Netzwerkanbindung Voraussetzung. Es ist deshalb davon auszugehen, dass diese Modelle in absehbarer Zeit auslaufen.
Checkliste: Wie erkenne ich eine AFIR-fähige Wallbox?
Ein Blick in die Produktbeschreibung reicht oft nicht aus, um die AFIR-Tauglichkeit einer Wallbox sicher zu beurteilen. Diese Punkte solltest du vor dem Kauf konkret prüfen:
- ISO-15118-Unterstützung: In den technischen Daten wird angegeben, ob eine Wallbox mit dem Kommunikationsstandard ISO 15118 ausgestattet ist. Eine Spezifizierung, ob es sich dabei um den ISO 15118-2 oder ISO 15118-20 Standard handelt, wird bisher noch nicht getroffen.
- PLC-Kommunikation: Power Line Communication (PLC) überträgt die digitale ISO 15118-Kommunikation über das vorhandene Ladekabel. Eine zusätzliche Datenleitung ist hierfür nicht nötig. Ausgetauscht werden Authentifizierung und Steuersignale, wie die gewünschte Energiemenge oder Ladezeitpläne.
- Fähigkeit zu Software-Updates: Die Wallbox muss fähig sein können, Over-the-Air-Updates (OTA) empfangen zu können. Hierbei werden die Geräte drahtlos mit neuen Funktionen ausgestattet. Viele Hersteller kündigen bereits ein OTA für bidirektionales Laden und Plug&Charge an.
- Kommunikationsprotokolle: AFIR-Wallboxen müssen im öffentlichen Raum Echtzeitdaten (z.B. zu Verfügbarkeit und Preis) bereitstellen und im Datex-II-Format an nationale Zugangspunkte senden. Dafür ist eine offene Schnittstelle wie OCPP nötig. Eine OCPP-Wallbox ist somit auch mit erhöhter Wahrscheinlichkeit AFIR-fähig.
Gut zu wissen: Wenn du dich nicht mit technischen Details auseinandersetzen willst, kannst du auch einfach unseren Shop besuchen.Dort findest du eine von uns zusammengestellte Auswahl an AFIR-konformen Wallboxen.
Welche Wallboxen sind bereits AFIR-fähig?
Wenn du nicht bis zur Frist warten möchtest, findest du schon jetzt Wallboxen, die hardwareseitig auf die kommenden AFIR-Anforderungen vorbereitet sind. Drei Beispiele aus unserem Sortiment zeigen, wie du mit einer ISO-15118-Wallbox auch im Bereich der Funktionalität profitierst.
go-e Charger CORE - mit skalierbarer Ladeleistung im Alltag laden
Der go-e Charger CORE unterstützt bereits heute den ISO 15118-Standard und ist damit hardwareseitig auf bidirektionales Laden und Plug & Charge vorbereitet. Mit einem einfachen Zähler ausgestattet, ist dieser Charger das neueste go-e Modell für den privaten Ladebereich. Zugriffsschutz bietet die integrierte RFID-Funktion, ergänzt durch die Steuerung per go-e App. Die Anbindung ist besonders flexibel und lässt mit LTE, WLAN oder LAN, inklusive offener Schnittstellen wie OCPP und Modbus TCP, keine Wünsche offen. Ab Werk ist die Ladeleistung auf 11 kW begrenzt, lässt sich aber auf 22 kW hochskalieren. Mit dem optionalen go-e Controller bindest du die Wallbox unkompliziert in dein PV-System ein. Dank des integrierten 6 m langen Typ-2-Ladekabels sparst du bei den Anschaffungskosten für ein neues Kabel.
Fronius Wattpilot Flex Home/Pro – AFIR-Ladelösungen für jeden Fall
Auch die gesamte Fronius Wattpilot Flex Familie verfügt hardwareseitig bereits über den Kommunikationsstandard ISO 15118. Das gilt für den Flex Home 11 C6, den Flex Home 22 C6 sowie den Flex Pro 11 C6E gleichermaßen. Alle drei Modelle sind damit auf künftiges bidirektionales AC-Laden und Plug & Charge vorbereitet. Die beiden Home-Varianten unterscheiden sich vor allem in der Ladeleistung von 11 beziehungsweise 22 kW. Beide bringen einen einfachen Energiezähler mit und eignen sich damit ideal für die private Nutzung. Der Flex Pro 11 C6E bringt dagegen einen eichrechtskonformen Stromzähler mit, der jeden Ladevorgang kilowattstundengenau erfasst. Das macht ihn besonders für die rechtssichere Abrechnung von Dienstwagen oder in Mehrparteienhäusern interessant. Über eine kompatible Fronius PV-Anlage ermöglichen alle drei Modelle automatische Phasenumschaltung schon ab 1,38 kW Solarüberschuss. Smarte Lademodi wie der Eco Mode oder der Next Trip Mode lassen sich bei jeder Variante bequem über die Solar.wattpilot App steuern.
Easee Charge Max MID inkl. Equalizer Bundle - das Power-Trio für smartes Lastmanagement
Das Easee Charge Max MID inkl. Equalizer Bundle kombiniert die Wallbox mit dem Easee Equalizer und dem Easee Amp und ermöglicht Funktionen wie PV-Überschussladen und Lastmanagement. Die Hardware unterstützt bereits ISO 15118 und ist damit V2X-ready. Ein MID-zertifizierter Zähler erfasst den geladenen Strom für die Dienstwagenabrechnung kilowattstundengenau. Der Equalizer Amp misst den PV-Überschuss physisch über Stromklemmen und funktioniert dadurch unabhängig vom Wechselrichter-Hersteller. Ab 1,4 kW Solarüberschuss schaltet die Wallbox automatisch zwischen ein- und dreiphasigem Laden um. Beim dynamischen Lastmanagement koppelt der Equalizer den Ladestrom laufend an die verfügbare Hausanschlussleistung. So bleibt genug Kapazität für weitere Verbraucher wie Herd oder Wärmepumpe. Sendet der Netzbetreiber ein Drosselsignal nach §14a EnWG, reduziert der Equalizer die Ladeleistung automatisch.
AFIR: Was sind die Risiken?
Wenn du nach dem 1. Januar 2027 beim Wallbox-Kauf auf die AFIR-Fähigkeit verzichtest, gehst du nicht nur ein regulatorisches, sondern auch ein wirtschaftliches Risiko ein. Diese Nachteile könnten entstehen:
- Probleme beim Weiterverkauf: Nicht-AFIR-fähige Wallboxen dürften mittelfristig an Attraktivität und Wiederverkaufswert verlieren, da Käufer sie ab 2027 nicht mehr einbauen dürfen
- Mögliche Ablehnung durch Netzbetreiber: Zwar ist der genaue Prüfmechanismus noch nicht bekannt, jedoch könnte die Überprüfung der AFIR-Regeln auch über die Netzbetreiber laufen. Diese könnten Netzanschlussanfragen für nicht-konforme Wallboxen künftig ablehnen.
- Fehlende Fördermöglichkeiten: Staatliche und kommunale Förderprogramme setzen zunehmend AFIR-fähige Modelle voraus.
- Nachrüstkosten: Entscheidest du dich 2026 noch für den Einbau einer Wallbox ohne ISO 15118-20 Standard, können in Zukunft zusätzliche Kosten bei der Umrüstung entstehen, solltest du dich umentscheiden.
Fazit: Für mehr Funktionalität und Nachhaltigkeit besser auf AFIR-Modelle setzen
AFIR-Tauglichkeit ist kein einzelnes Feature, sondern das Zusammenspiel mehrerer technischer Anforderungen. Entscheidend sind die tatsächliche ISO-15118-Unterstützung, eine funktionierende PLC-Kommunikation und die Fähigkeit zu späteren Software-Updates. Prüfe beim Kauf die konkreten technischen Daten in der Produktbeschreibung, um festzustellen, ob deine Wunsch-Wallbox die neuen Regeln erfüllt. Bereits installierte Ladepunkte genießen übrigens Bestandsschutz, sodass keine pauschale Nachrüstpflicht auf den neuen Standard besteht.
Dennoch lohnt es sich, auf zukunftssichere Hardware setzen. AFIR-fähige Wallbox-Modelle zeigen, wie sich ISO-15118-Unterstützung mit Funktionalität sinnvoll verbinden lässt. So vermeidest du spätere Nachrüstkosten und bist automatisch für kommende Funktionen wie Plug & Charge oder bidirektionales Laden gerüstet. Investiere jetzt gezielt in eine AFIR-taugliche Ladelösung und stehe von Anfang an technisch und wirtschaftlich auf der sicheren Seite.
Bildnachweise: Volkswagen Group Charging GmbH, go-e GmbH, Fronius International GmbH, Easee AS
Teil uns mit, welche besonderen Features deine Wallbox mitbringen soll. Mit unserem Assistenten findest du die perfekte Ladelösung für all deine Ansprüche.