Diese Webseite erfordert JavaScript für eine reibungslose Darstellung.
Was im Einzelhandel als Winter- oder Sommerschlussverkauf bezeichnet wird, ist in der Automobilindustrie der Modellwechsel. Viele Autohersteller- und -händler müssen noch die letzten produzierten Fahrzeuge des aktuellen Modells verkaufen, bevor die neue Fahrzeuggeneration in die Verkaufsräume rollt. Das trifft auch für E-Autos zu. Die ersten Generationswechsel für das Jahr 2022 stehen bereits vor der Tür. Und das, obwohl die meisten vollelektrischen Modelle erst in den letzten drei Jahren auf den Markt gekommen sind. Wir zeigen Euch, welche E-Autos uns 2022 verlassen und mit welchen elektrischen Modellen jetzt noch Schnäppchen gemacht werden können.

Warum können E-Auto Auslaufmodelle ein Schnäppchen sein?

Kurz vor dem Modellwechsel haben die Autohersteller und -händler ein großes Interesse daran, die letzten E-Autos der aktuellen Modellgeneration zu verkaufen. Einerseits benötigen sie den Platz in den in den Produktionshallen und Showrooms. Und zum anderen sinkt das Kundeninteresse am Vorgängermodell, wenn das Nachfolgermodell auch erhältlich ist. Dies gilt insbesondere für E-Autos. Denn hier sind die Fortschritte bei Batteriekapazität, Reichweite, Energieverbrauch oder Schnellladetechnik zwischen den Modellgenerationen besonders groß.
Dessen sind sich auch die Hersteller bewusst und versuchen mit hohen Rabatten, Sonderangeboten oder Sondermodellen die letzten Auslaufmodelle zu verkaufen.
Folglich fallen je nach Modell und Nachfrage die Leasingkonditionen bei elektrischen Auslaufmodellen besonders günstig aus. Das gilt mit Ausnahme von Tesla oder Polestar markenübergreifend für alle Hersteller in Deutschland.

Wann lohnt sich ein E-Auto Auslaufmodell – und wann nicht?

Bei Auslaufmodellen von Elektroautos lässt sich das ein oder andere Leasing-Schnäppchen finden. Ob sich ein Auslaufmodell für dich eignet oder nicht, kannst du anhand der folgenden Aspekte ausfindig machen:

Ein E-Auto als Auslaufmodell lohnt sich, falls:

  • Das Modell sehr günstig als Kilometerleasing angeboten wird.
  • Das Einsatzgebiet die Kurzstrecke ist.
  • Reichweite und Ladetechnik weniger relevant sind.
  • Die Lieferzeiten des Nachfolgers nicht abschätzbar sind.

Ein vollelektrisches Auslaufmodell ist nicht zu empfehlen, falls:

  • Das Modell nur zum Kauf oder als Restwertleasing angeboten wird.
  • Das Nachfolgemodell deutliche Technologiesprünge bei Reichweite, Ladetechnik und Energieverbrauch verspricht.
  • Sich die Lieferzeit des Nachfolgemodells in Grenzen hält.
  • Die Leasingkonditionen des neuen Modells nicht wesentlich teurer ausfallen.

Welche E-Autos werden 2022 eingestellt?

Im Jahr 2022 werden die folgenden elektrischen Modelle entweder vollständig eingestellt oder durch einen Nachfolger ersetzt:

Audi e-tron

Sowohl der Audi e-tron als auch die Sportback Variante vereinen typisch elegante Audi Designelemente mit einem leistungsstarken Elektroantrieb und aktueller Technik. Sie sind ausgerüstet mit adaptiven Fahrassistenten, einem digitalen Cockpit und auf Wunsch sogar mit kamerabasierten Außenspiegeln. Die Ladeleistung von bis zu 150 kW lässt sich auch 3 Jahre nach Marktstart immer noch sehen.
In Kombination mit einer realen Reichweite von bis zu 348 Kilometern lassen sich so selbst lange Strecken souverän meistern. Dennoch genügen beide e-tron Varianten nicht mehr Audis Leitbild „Vorsprung durch Technik“. Daher erhalten die e-tron Modelle im Frühjahr 2022 ein Facelift, dass unter anderem eine Namensänderung beinhaltet. So soll das Facelift inoffiziellen Meldungen zufolge nunmehr Audi Q8 e-tron bzw. Q8 e-tron Sportback heißen.

BMW i3/S

Mit seinem polarisierenden Design ist der BMW i3 nach wie vor ein einzigartiger Anblick im Straßenverkehr. Ein hochwertiger Innenraum und dynamisches Fahrverhalten lassen den Wunsch aufkommen, einfach noch etwas weiterzufahren. Dank mehrerer Updates über die Jahre ist der i3 nach wie vor ein spannendes E-Auto, das mit 246 Kilometern realer Reichweite überzeugt. Trotzdem hat BMW aus preispolitischen Gründen im Januar 2022 verkündet, dass die letzten i3 Modelle im Sommer 2022 vom Band rollen. Denn ab Herbst 2022 startet BMW mit dem elektrischen iX1 ein etwas größeres E-SUV im gleichen Preissegment.

KIA e-Niro

Mit seinem ansehnlichen Ladevolumen von 465 Litern setzt sich der Kia e-Niro von der Konkurrenz ab. Gepaart mit seinem gefälligen Look, überdurchschnittlicher Reichweite und einem stilvollen Interieur bietet er ein rundum stimmiges Paket. Mit einer realen Reichweite von 385 Kilometern und einer Ladeleistung bis zu 80 kW legt der e-Niro Langstrecken problemlos zurück. Trotzdem steht ab Sommer 2022 bereits die nächste Modell-Generation des e-Niro in den Startlöchern.

Smart EQ ForFour

Seine kompakten Abmessungen und Wendigkeit machen den Smart EQ ForFour zu einem praktischen viersitzigen Stadtflitzer. Der kurze Radstand und das sofortige Ansprechverhalten des Elektromotors versprechen zudem reichlich emissionsfreien Fahrspaß. Diese Freude lässt sich beim Smart auch dank der Sharing-Funktion unkompliziert teilen. Per App können vorher autorisierte Nutzer den Smart aufsperren und ihn direkt mitbenutzen.
Einzig für Langstrecken ist der Smart mit seiner Reichweite von circa 100 Kilometern weniger gut geeignet. Ende November 2021 wurde die Neubestellungen für den ForFour unter anderem nachfragebedingt und aufgrund der Neuausrichtung der Marke gestoppt. Bis Mitte 2022 laufen noch die letzten Modelle zu Kunden. Ein direktes Nachfolgemodell ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht vorgesehen.

Tesla Model 3 Standard-Range

Dank seiner direkten Lenkung und seines straffen, aber trotzdem komfortablen Fahrwerks fährt sich das Tesla Model 3 traumhaft. Bereits die Einstiegsversion Model 3 Standard-Range bietet rund 403 Kilometer reale Reichweite. Mit seinem minimalistischen Interieur erinnert das Model 3 an das erste iPhone, denn das riesige Touch-Display ist das zentrale Steuerungselement für das gesamte Fahrzeug. Durch das ultra-schnelle Tesla Supercharger Ladenetzwerk und einer Schnellladeleistung von 170 kW sind auch Langstreckenfahrten quer durch Europa problemlos möglich.
Aus Sicht von Tesla sind allerdings die genannten Leistungsdaten nicht mehr ausreichend. Deshalb werden seit Ende 2021 keine neuen Bestellungen für das Model 3 Standard-Range entgegengenommen. Parallel dazu wurde jedoch das neue Einstiegsmodell mit dem Namen Tesla Model 3 (Hinterradantrieb) eingeführt. Dieses nutzt eine andere Batterietechnologie und verspricht ein paar mehr Kilometer Reichweite. Die Sprintwerte auf dem Tempo 100 km/h liegen jetzt jedoch über 6 Sekunden.

Welche E-Autos haben eine ungewisse Zukunft?

Bei den oben genannten E-Auto-Modellen haben die Hersteller bereits den Auslauf der Produktion im Jahre 2022 bestätigt. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Modellen, zu deren Fortbestand über das Jahr 2022 noch keine offizielle Stellungnahme seitens der Hersteller vorliegt. Hierzu zählen unter anderem die elektrischen Cityflitzer VW e-Up!, Seat Mii Electric und Škoda Citigo iV.
Alle drei Modelle sind bereits seit mehreren Jahren erhältlich und erfreuen aufgrund des günstigen Preises einer regen Nachfrage. Die steigenden Rohstoffpreise machen die Modelle jedoch für Volkswagen aus finanzieller Sicht zunehmend unattraktiver. Die Überlegungen in der Wolfsburger Konzernzentrale könnten daher sein, die Produktion der Modelle einzustellen, um mögliche Verluste zu vermeiden. Oder alternativ, die Preise der Modelle deutlich anzuheben, damit Interessenten auf andere Modelle wie den VW ID.3 oder Cupra Born von Seat umsteigen. Letzteres käme einer Einstellung gleich.
Ein ähnliches Schicksal wie dem Smart ForFour könnte 2022 auch den zweisitzigen Ausführungen des Smarts drohen. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass sowohl das Smart EQ ForTwo Coupe als auch das ForTwo Cabrio im Jahr 2021 zu den gefragtesten elektrischen Kleinwagen in Deutschland zählten. Denn seit der teilweisen Übernahme von Smart durch den chinesischen Hersteller Geely wird an einer Neuausrichtung der Marke Smart gearbeitet. Erste Einblick dazu lieferte bereits das im Rahmen der IAA 2021 präsentierte Smart-SUV, dass nur wenige Gemeinsamkeiten mit dem süßen zweisitzigen Stadtflitzer Smart ForTwo besitzt.
Zu den möglichen Auslaufmodellen 2022 zählt auch der NISSAN Leaf. Denn seine Ladetechnik mit dem CHAdeMO-Anschluss findet in Deutschland immer weniger Anhänger. Daher steht NISSAN vor der Wahl, dem Leaf ein zweites Facelift mit einem CCS-Anschluss zu verpassen. Oder in Deutschland vollständig auf sein im Sommer 2022 erscheinendes E-SUV Ariya zu setzen.

Fazit: Nur wenige elektrische Auslaufmodelle 2022

Anders als bei Verbrenner-Modellen ist die Anzahl an vollelektrischen Modellen, die uns 2022 verlassen, noch sehr überschaubar. Insgesamt beschränkt sich die Anzahl auf fünf Modelle, die dieses Jahr letztmalig ausgeliefert werden. Dennoch kann gerade beim Leasing dieser Modelle viel Geld gespart werden. Insbesondere dann, wenn das Modell aus preispolitischen oder nachfragebedingten Gründen wie beim BMW i3/S oder Smart EQ ForFour eingestellt wird.
Mit Vorsicht zu genießen sind allerdings E-Auto-Modelle, bei denen ein vollständig neuentwickelter Nachfolger in den Startlöchern steht. Denn diese versprechen meistens deutliche Fortschritte bei Batteriekapazität, Reichweite, Energieverbrauch oder Schnellladetechnik.

PS:

Hast Du noch ein vollelektrisches Auslaufmodell entdeckt, das in unserer Auflistung fehlt? Oder bis über ein besonders attraktives Leasingangebot zu einem der genannten Modelle gestolpert? Dann schreib uns gerne eine E-Mail an media@einfacheauto.de 😊