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Restwertleasing: Glücksspiel mit dem E-Auto?

#Allgemeines

Was ist Restwertleasing?

Restwertleasing ist neben dem Kilometerleasing eine der bekanntesten Formen des Autoleasings. Wie der Name es bereits erkennen lässt, spielt der Restwert des Fahrzeuges nach Ablauf der Leasinglaufzeit eine große Rolle.
Die Differenz, die sich aus dem aktuellen Fahrzeugpreis und dem voraussichtlichen Restwert des Fahrzeugs ergibt, ist die Basis des Restwert-Leasingvertrags. Dieser Restwert wird im Leasingvertrag fixiert, kann sich aber über die Laufzeit verändern. Am besten lässt sich das Restwertleasing anhand eines Beispiels (siehe unten) erläutern.
Merke: Je höher der ermittelte Restwert, desto niedriger die monatliche Leasingrate.

Wie funktioniert Restwertleasing und wie wird es berechnet?

Das Prinzip des Restwertleasings ist einfach: Der geschätzte Wertverlust des E-Autos wird auf die Vertragslaufzeit des Leasings verteilt. Nachfolgend ein Beispiel – zur Vereinfachung und besseren Übersicht werden keine weiteren Kosten (z. B. Zinsen und Marge) hinzugezogen. Auch der Umweltbonus als Leasingsonderzahlung wird nicht explizit betrachtet. Die Leasingrate beruht rein auf der Differenz zwischen Bruttolistenpreis und Restwert.
Wir betrachten zwei fiktive Szenarien in Sachen Restwert.

Beispielrechnung

Wir springen dafür zurück in den Dezember 2021. Die Öffentlichkeit steht kurz davor, von den neuesten Ergebnisse des NCAP-Crashtests für E-Autos zu erfahren. Wir leasen uns für 48 Monate eine Renault ZOE- mit einem Listenpreis von 35.000 €.
Szenario 1: Der Restwert des Fahrzeugs wird auf 25.000 € geschätzt. Die Differenz liegt also bei 10.000 €. Dieser Betrag wird auf unsere Leasingdauer von 48 Monaten verteilt und ergibt eine Leasingrate von 208,33 €
10.000 € : 48 Monate = 208,33 € pro Monat
Da die ZOE durch den Crashtest gefallen ist und eine Hardware-Umrüstung nicht möglich ist, sinken die Marktwerte für die ZOE . In Wirklichkeit hat unser Auto am Ende der Laufzeit nur noch einen Marktwert von 17.000 €. Die Differenz zum Listenpreis ist um weitere 8.000 € gefallen. Diese muss vom Leasingnehmer, der das Restwertrisiko trägt, beglichen werden. Uns droht somit eine sehr hohe Nachzahlung.
Szenario 2: Zwar ist die ZOE durch den Crashtest gefallen, jedoch bietet Renault doch eine kostenlose Nachrüstung der notwendigen Assistenzsysteme an. Dadurch besteht die ZOE den Crashtest im Nachhinein mit 3 Sternen. Der Restwert wird wieder mit 25.000 € geschätzt, was für uns eine Leasingrate von 208,33 € bedeutet. Durch die Nachrüstaktion steigt aber der Marktwert für die ZOE wieder. Bei der Leasingrückgabe wird ein Marktwert von 27.500 € ermittelt. Die Differenz zu unserem ursprünglichen Restwert beträgt jetzt + 2.500 € und das zu unseren Gunsten. Wir erhalten einen Teil unserer geleisteten Zahlungen zurück – sofern wir dies vertraglich vereinbart haben.
Aber auch weitere Szenarien sind aktuell mit Elektroautos möglich. Sollten Fahrverbote für Innenstädte kommen, wie z. B. in Kalifornien, werden die Preise für E-Autos steigen und jene für Verbrenner fallen. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass sich die Batterietechnologie rasend schnell weiterentwickelt und neuere E-Autos den Wert der älteren Modelle mindern . Ebenfalls stehen mit dem bidirektionalen Laden und der 800-Volt-Ladetechnik weitere Technologien kurz vor der flächendeckenden Markteinführung in Deutschland. Auch das wird sich negativ auf den Restwert älterer E-Autos auswirken.
Gut zu wissen: Nach zwölf Monaten beträgt der Restwert eines Autos ca. 75 % des Listenpreises. Nach drei Jahren ist das Fahrzeug ungefähr nur noch 50 % wert.

Wer trägt das Restwertrisiko beim Leasing?

Wie bereits erwähnt, trägst du als Leasingnehmer das sogenannte Restwertrisiko. Wird eine höhere Wertminderung am Ende der Leasinglaufzeit festgestellt, muss du für die Differenz zwischen dem am Anfang kalkulierten Restwert und dem tatsächlichen Wert des Autos aufkommen. Eine Nachzahlung steht somit an.

Wann lohnt sich ein Restwertleasing?

Ein Restwertleasing lohnt sich, wenn wie in Szenario 2 der am Ende ermittelte Wert des Fahrzeugs höher liegt wie der am Anfang der Laufzeit prognostizierte Wert. Jedoch sollten insbesondere Privatpersonen aufgrund des geringeren Risikos eher zum Kilometerleasing greifen.
Beispiele: Manche Autos werden Kult oder erleben einen Hype, ohne dass dies vorher absehbar war. Beispielsweise könnte ein Promi für das Auto werben oder ein Hollywoodfilm macht darauf aufmerksam. Kandidaten sind hierfür beispielsweise der MINI SE oder auch der Honda E. Auch die schon erwähnten Fahrverbote für Verbrenner könnten den E-Autos in die Karten spielen und den Restwert steigen lassen.

Fazit - Restwertleasing

Restwertleasing ist im Gegensatz zum Kilometerleasing unsicher. Im Prinzip schließt du eine Wette darauf ab, dass der Restwert ungefähr mit dem übereinstimmt, was das Auto bei Rückgabe Wert ist. Wenn du dich sehr gut mit dem Automarkt auskennst und dein Fahrzeug während der Leasingdauer immer pfleglich behandelst, dann könnte diese Leasingform sinnvoll für dich sein. In jedem Fall solltest du aber ein paar finanzielle Reserven für eine mögliche Nachzahlung bereithalten.