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Wenn das Elektroauto tagsüber in der Sonne steht, ist ein Fahrzeugdach mit Solarpanel ideal, um kostenlosen Strom zu erzeugen. Der produzierte Solarstrom wird direkt in die Fahrzeugbatterie gespeichert und erhöht die Reichweite für die nächste Fahrt.
Das Konzept ist genial. Aus diesem Grund arbeiten immer mehr Hersteller an Elektroautos mit Solardach. Der neue Hyundai IONIQ 5 ist sogar seit 2021 mit einem Dach aus Solarzellen bestellbar. Aber auch Tesla und Mercedes wollen in naher Zukunft entsprechende Modelle anbieten. In unserem Blogbeitrag haben wir dir wichtige Infos rund um Stromer mit Solardach zusammengestellt.

Welche E-Autos haben ein Solardach?

Noch ist die Anzahl an Elektroautos mit integriertem Solardach begrenzt. Jedoch stehen die nächsten Stromer mit Solarzellen auf dem Dach bereits in den Startlöchern.
Aktuell sind folgende Elektroautos mit Solardach bestell- oder reservierbar:
  • Fisker Ocean
  • Genesis Electrified G80
  • Hyundai IONIQ 5
  • Lightyear One
  • Sono Motors Sion

Fisker Ocean

Jüngsten Berichten zufolge plant Fisker den Ocean 2023 als bezahlbares E-SUV auf den europäischen Markt zu bringen. Neben einem athletischen Design und verspielten Features wie dem drehbaren Touch-Display, punktet der Ocean auch mit einer guten Reichweite. Laut Herstellerangaben sind im Alltag je nach Modell bis zu 563 Kilometer am Stück möglich. Das optionale Solardach soll unter Idealbedingungen Strom für rund zusätzliche 3.200 Kilometer im Jahr erzeugen. Die Preise veröffentlichte Fisker bisher nur für den US-Markt. Hier startet der Preis für das Einstiegsmodell des Oceans bei umgerechnet 33.200 Euro.

Genesis Electrified G80

Der neue G80 von Hyundai‘s Premiummarke Genesis fährt jetzt elektrisch. Vorbei sind die kurzlebigen Tage einer Businesslimousine mit V8-Motor, um Platz für den elektrifizierten Genesis G80 zu machen. Die zwei E-Motoren, die an jeder Achse montiert sind, leisten zusammen sportliche 272 kW | 364 PS. Die platzsparend im Boden montierte Batterie mit einer Bruttokapazität von 87,2 kWh ermöglicht eine Reichweite von etwa 420 Kilometern (WLTP). Ebenfalls kommt im Electrified G80 die 800-Volt-Technologie für äußerst kurze Ladezeiten zum Einsatz. Finale Angaben zur Leistungsfähigkeit des Solardachs und zum Einstiegspreis des Electrified G80 verkündet Genesis zum geplanten Marktstart im Frühjahr 2022.

Hyundai IONIQ 5

Mit dem IONIQ 5 setzt Hyundai unter den Mittelklasse-SUVs seit 2021 neue Maßstäbe in der Technik. Das brandneue 800-Volt-Bordnetz erlaubt es, den IONIQ 5 unter Idealbedingungen in 18 Minuten von 20 bis 80 Prozent zu laden. Ein Ladestopp dauert mit dem IONIQ 5 folglich nicht viel länger als ein gewöhnlicher Tankstopp mit einem Verbrenner. Aber auch die reale Reichweite des Koreaners von bis zu 383 Kilometern lässt sich sehen. Das optionale Solardach kann je nach Fahrzeugstandort eine solare Zusatzreichweite von bis 2.000 Kilometern jährlich erzeugen. Bestellbar ist der Hyundai IONIQ 5 vor Abzug von staatlichen Förderungen bereits ab 41.900 Euro.

Lightyear One

Lightyear One ist ein solarbetriebenes Elektrofahrzeug des niederländischen Start-ups Lightyear. Seine Fahrzeugarchitektur und -technologie wurden mit Blick auf hohe Effizienz entwickelt. Daraus ergibt sich eine Reichweite von 725 Kilometern (WLTP) mit nur einem 60 kWh großen Akku. Je nach Fahrzeugstandort sollen die verbauten Solarzellen jährlich Strom für 7.000 bis 20.000 Kilometer erzeugen. Die Serienproduktion des Solar-Elektroautos ist für 2022 geplant. Bereits heute können Reservierungen für das rund 150.000 Euro teure Modell getätigt werden.

Sono Motors Sion

Der E-Van Sion des Münchner Start-ups Sono Motors kommt mit einem 120 kW-Motor und Vorderradantrieb daher. Die brutto 54 kWh große Hochvoltbatterie ermöglicht laut Sono Motors eine WLTP-Reichweite von bis zu 305 Kilometern. Der Sion wird als Fünftürer und ausschließlich in schwarzer Farbe erscheinen. Die Solarzellen auf Dach und Karosserie sollen Strom für durchschnittlich bis zu 6.000 Kilometer pro Jahr erzeugen können. Der Kaufpreis des Sion startet bei 25.500 Euro. In Serienproduktion geht er Anfang 2023, jedoch nimmt die Firma bereits jetzt Reservierungen entgegen.
Aber auch weitere Elektroautohersteller forschen intensiv an der Serienfertigung von Elektroautos mit integriertem Solardach. Beispielsweise will Tesla den Cybertruck in Kürze mit einem optionalen Solarpanel anbieten. Mercedes hat Anfang 2022 das Concept Car Vision EQXX mit einem Solardach präsentiert. Das Solardach soll sukzessive für alle EQ-Modelle der Marke mit dem Stern erhältlich sein.

Wie groß ist die solare Zusatz-Reichweite?

Je nach Fahrzeug und der Leistung des Solardachs versprechen die Hersteller aktuell solare Zusatzreichweiten von maximal 2.000 bis 6.000 Kilometer. Das Start-up Lightyear stellt sogar 20.000 Kilometer in Aussicht, wenn die gesamte Fläche des E-Autos mit Solarmodulen bedeckt ist.
Diese Reichweitenangaben unter Idealbedingungen der Hersteller sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Denn wie viele Kilowattstunden Grünstrom die Solarmodule auf den Stromern im Alltag produzieren, hängt direkt vom Fahrzeugstandort ab. Zur besseren Veranschaulichung ziehen wir den Hyundai IONIQ 5 heran.
Laut Hyundai liefert das Solardach des IONIQ 5 eine Leistung von 205 Watt. Jährlich bis zu 2.000 Kilometer solare Zusatzreichweite sollen so möglich sein. Aber ist dieser Wert auch in Deutschland erreichbar?
Im sonnenreichen Jahr 2021 schien die Sonne in Deutschland durchschnittlich 1.650 Stunden lang (Quelle: Statista). Ein IONIQ 5 konnte somit im besten Falle rund 338 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr selbst erzeugen. Bei einem WLTP-Verbrauch von 17,9 kWh/100 km des IONIQ 5 (große Batterie) entspricht das rund 1.890 Zusatzkilometern. In den südlicheren Landesteilen wie Bayern oder Baden-Württemberg waren dank 1.790 Sonnenstunden sogar knapp 2.050 Kilometer zusätzliche Reichweite möglich.
Somit lässt sich festhalten, dass die Herstellervorgaben zu den solaren Zusatzkilometern im Falle des IONIQ 5 grundsätzlich eintreffen. Jedoch nur, wenn das E-Auto auch im sonnenreicheren Süden Deutschlands steht. Im Norden hingegen sollte mit weniger Zusatzreichweite kalkuliert werden. Zudem ist stets zu beachten, dass die Zusatzreichweiten von den Jahreszeiten abhängig sind.

Was kostet ein E-Auto mit Solardach?

Das aktuell günstigste Modell mit Solarzellen ist der Sion von Sono Motors. Das Münchner Start-up ruft für den ab 2023 geplanten E-Van einen Preis von rund 25.500 Euro auf. Ob der Preis bis zu den ersten Auslieferungen Bestand hat, wird sich zeigen. Auch ob das Solardach noch zum Serienumfang gehört oder optional hinzugebucht werden muss. Wer keine zwei Jahre warten möchte, der kann bereits heute den Hyundai IONIQ 5 nach Abzug von Förderungen ab 32.330 Euro bestellen. Das Solardach beim IONIQ 5 lässt sich im Moment allerdings nur in Kombination mit dem UNIQ-Paket bestellen. Dadurch erhöht sich der Einstiegspreis inklusive Solardach auf 45.680 Euro.

Lohnt sich das Solardach beim E-Auto finanziell?

Rechnet sich der Aufpreis für ein Solardach auf dem E-Auto finanziell? Oder ist es einfach nur eine nette Spielerei? Die Antwort auf diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten und hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist der Aufpreis für das (optionale) Solardach. Daneben spielen der Fahrzeugstandort und die Erwerbsart eine entscheidende Rolle.
Bisher bietet in Deutschland nur Hyundai mit dem IONIQ 5 ein Modell mit Solarmodulen auf dem Dach in Serienfertigung an. Deshalb begutachten wir den E-SUV exemplarisch genauer.
Hyundai ruft im Online-Konfigurator einen Preis von 1.500 Euro für das optionale Solardach auf. Gemäß dem Bundeswirtschaftsministerium liegt der Strompreis für eine Kilowattstunde in Deutschland durchschnittlich bei 32 Cent (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium ).
Nach Adam Riese rentiert sich das Solardach erst nach einer Stromerzeugung von rund 4.687 Kilowattstunden. Der IONIQ 5 kann in Deutschland - wie bereits geschildert - im Durchschnitt lediglich 338 Kilowattstunden Solarstrom produzieren. Folglich dauert es mehr als 13 Jahre bis sich die Investition beim Kauf eines Hyundai‘s mit Solardach rechnet.
Leider eine sehr ernüchternde Tatsache. Aber wie lautet die Kalkulation, wenn der IONIQ 5 mit PV-Dach geleast wird? Beispielsweise in Form eines privaten Kilometerleasings.
Exemplarisch nehmen wir dazu an, dass bei Hyundai zusätzliche Sonderausstattung mit 1,5 % des Listenpreises berechnet wird. Sprich, die Hinzunahme des Solardachs erhöht die monatliche Leasingrate um rund 23 Euro pro Monat bzw. um 270 Euro jährlich. Mit seinen Solarmodulen erzeugt der koreanische Stromer pro Jahr maximal 338 Kilowattstunden Strom. Das entspricht einem Gegenwert von circa 108 Euro, die durch die eigene Solarstromerzeugung eingespart werden. Dadurch wird schnell ersichtlich, dass die Einsparungen durch den selbst erzeugten Solarstrom nicht die Mehrkosten durch die höheren Leasingraten decken.
Zusammenfassend zeigt sich, dass sich aus finanzieller Sicht beim Leasing ein Solardach nicht rechnet. Aus ökologischer Sicht hingegen sieht es deutlich anders aus. Denn mit dem eigenen Solarstrom hast du es in der Hand, dass dein E-Auto auch zu 100 % mit Ökostrom geladen wird.

Gibt es Nachteile bei einem Solardach?

Wie geschildert, ist die maximale Menge an selbsterzeugtem Grünstrom durch ein Solardach nur an sonnenreichen Standorten realisierbar. Folglich dürfte die erreichbare solare Reichweite bei den meisten E-Autos unter den Herstellerangaben bleiben.
Liebhaber eines Schiebedachs sollten zudem darauf achten, dass die Kombination aus Schiebe- und Solardach bei ihrem Wunschmodell möglich ist. Denn aufgrund der technischen Komplexität ist davon auszugehen, dass nur eine der beiden Dachvarianten gewählt werden kann.

Fazit - Elektroautos mit Solardach

Die Anzahl an verfügbaren E-Autos mit Solardach wird in den kommenden Jahren stark steigen. Auch die E-Autos von Herstellern wie Tesla oder Mercedes sollen künftig mit einem Solardach bestellbar sein. Und das aus einem guten Grund. Denn das Solardach eines E-Autos kann jährlich je nach Hersteller umweltschonend Solarstrom für 2.000 bis 7.000 Zusatzkilometer erzeugen. Dabei gilt es jedoch zwei Dinge zu beachten. Zum einen sind die tatsächlichen solaren Zusatzreichweiten des E-Autos abhängig von deinem Wohnort. Und zum anderen lohnt sich ein Solardach bei einem Stromer vor allem aus ökologischen Gründen. Aus finanzieller Sicht jedoch muss jedes Modell separat betrachtet werden. Das veranschaulicht das Berechnungsbeispiel des Hyundai IONIQ 5.
PS: Hast Du noch ein Elektroauto entdeckt, dass in der Auflistung fehlt? Dann schreibt uns gerne eine E-Mail an media@einfacheauto.de 😊

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