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Elektroautos sind immer mehr im Kommen. Die neue Antriebsart ist nicht nur häufiger in Städten, sondern auch vermehrt auf Autobahnen zu sehen. Doch für die längeren Fahrten benötigt das Elektroauto viel Energie in kurzer Zeit. Für diese Fälle wurde ein spezielles Ladesystem entwickelt: das sogenannte CCS (Combined Charging System). Doch nicht jedes Elektroauto hat den gleichen CCS-Anschluss. Im Folgenden erfährst du, was CCS überhaupt ist, welche Unterschiede es gibt und welche E-Autos einen CCS-Anschluss haben.

Was ist das Combined Charging System (CCS) bei einem E-Auto?

In der Abkürzung CCS steckt schon nahezu die gesamte Erklärung: CCS steht für Combined Charging System, oder zu deutsch: kombiniertes Ladesystem. CCS kombiniert nämlich einen AC- (Wechselstrom) und einen DC-Anschluss (Gleichstrom) zu einem ganzheitlichen System. Der AC-Anschluss kann dabei von Land zu Land verschieden sein.
In Europa wird dabei einheitlich ein Typ-2-Stecker verwendet, wohingegen in den USA ein Typ-1-Stecker verbaut wird. In diesem Zusammenhang spricht man häufig auch von einem Combo-2-System in Europa und von einem Combo-1-System in den USA. Beide Systeme haben dabei aber ein einheitliches Gleichstromsystem (DC). Dieses besteht aus zwei separaten Steckkontakten, welche unter dem jeweiligen AC-Anschluss sitzen.

Welchen Vorteil hat ein CCS-Anschluss?

Der wesentliche Vorteil bei diesem System liegt dabei in der Platz- und damit Gewichtseinsparung. Denn: Der verbaute Gleichstrom-Anschluss kommuniziert mit der Ladesäule über die Kommunikationsschnittstellen des Wechselstrom-Anschlusses. Damit wird für eine Gleichstromladung kein weiterer Stecker und damit Platz benötigt.
Das gesparte Gewicht fließt dadurch indirekt in die Reichweite des Elektroautos. Über Gleichstrom können viel höhere Ladeleistungen erzielt werden, da die Batterie auch auf Gleichstrom betrieben wird und so direkt gespeist werden kann. Die über den Wechselstrom-Anschluss (Typ-2 in Europa) geladene Leistung muss nämlich durch eine zusätzliche Einheit in Gleichstrom umgewandelt werden.
Nun, da geklärt ist, was ein CCS-Anschluss ist und warum es ihn gibt, möchten wir als nächstes klären, welche Elektroautos einen CCS-Anschluss haben.

Welche Elektroautos haben einen CCS-Anschluss?

Nahezu alle in Deutschland verfügbaren Elektroautos sind mit einem CCS-Anschluss ausgestattet. Wenige Ausnahme bilden dabei einige wenige, ältere Modelle japanischer Elektroautohersteller, welche ihre Fahrzeuge mit dem in Japan verbreiteten Schnellladestandard CHAdeMO ausgestattet hatten. Im Kleinwagensegment wird meistens ebenfalls völlig auf einen CCS-Anschluss verzichtet. Das macht auch Sinn, denn diese E-Autos sind für den Gebrauch in der Stadt konzipiert und die zusätzliche Ladeeinheit erhöht nur das Gewicht und den Preis des Elektroautos.
Doch nicht jeder CCS-Anschluss ist gleich. Bei näherer Betrachtung fallen einige Unterschiede auf. Wer bei längeren Fahrten nicht unendlich lange auf die Weiterfahrt warten möchte, sollte die Unterschiede kennen. Der wesentliche Unterschied in einem CCS-Anschluss liegt in der maximal möglichen Leistung, die über das verbaute Gleichstromsystem geladen werden kann. Die maximale Leistung ist einer der Faktoren, die die gesamte Ladedauer beeinflusst. Ist sie niedrig, dauert das Aufladen länger.

Elektroautos mit Fast Charging (FC) CCS

Die Kategorie des Fast Charging bildet das Schlusslicht bei den CCS-Schnellladern. Von Fast Charging spricht man, wenn die maximale Ladeleistung über 50 kW liegt und diese auch über 30 min gehalten werden kann. Eine 200-km-Ladung dauert je nach Batteriegröße so durchschnittlich zwischen 30 und 40 Minuten. Folgende E-Autos verfügen über einen Anschluss mit einer Ladeleistung von über 50 kW:

Elektroautos mit Ultra Fast Charging (UFC) CCS

Eine weitere Leistungskategorie innerhalb des CCS ist das Ultra Fast Charging. Dieses ermöglicht Ladungen von über 100 kW und hält diese Ladeleistung auch mindestens 20 Minuten. Somit reduziert sich die Ladeleistung nochmal merklich. Eine 200-km-Ladung kann so je nach Batteriegröße durchschnittlich in 20 bis 30 Minuten durchgeführt werden. Folgende E-Autos können auch mit Ultra Fast Charging CCS geladen werden:

Elektroautos mit High Power Charging (HPC) CCS

Die letzte und aktuell höchste Klasse der Ladeleistungen im CCS ist die Klasse des High Power Charging. In dieser Klasse liegt die maximale Ladeleistung über 150 kW, in einigen wenigen Fällen sogar schon bis 270 kW (z.B. Porsche Taycan). Mit Fahrzeugen, die diese Form des CCS verbaut haben, kann eine 200-km-Ladung in unter 20 Minuten nachgeladen werden. Damit eignen sich diese Modelle natürlich hervorragend für die Langstrecke. Die E-Autos mit HPC CCS-Anschluss sind aktuell folgende:
Aber aufgepasst: Der CCS-Anschluss im Elektroauto ist nicht die einzige Komponente, die für das (Ultra)schnellladen erforderlich sind. Wie beim AC-Laden auch, bestimmt immer das schwächste Glied in der Ladekette die effektive Ladeleistung. Das heißt: Unterstützt die Ladesäule die Form des Schnellladens nicht, wirst du auch nicht das maximale Potenzial aus deinem E-Auto holen. Unterstützt die Ladesäule nur Fast Charging (FC), also z.B. 50 kW, wird das E-Auto auch nur mit maximal 50 kW geladen.

Welche Nachteile hat ein CCS-Anschluss?

Der Anschluss an sich hat keine nennenswerten Nachteile, wohl aber das damit verbundene Gleichstromladen (Schnellladen). Zum einen ist der Ladestrom, der über einen Schnelllader (CCS-Ladesäule) geladen wird, deutlich teurer.
Aber warum? Das liegt daran, dass die Kosten für die Anschaffung und Inbetriebnahme wesentlich höher ausfallen als bei einer städtischen Wechselstrom-Ladeäule. Zudem sind die Betriebskosten einer CCS-Station deutlich höher. Beispielsweise müssen die Kabel gekühlt werden, damit sie die maximale Leistung auch transportieren können.
Ein weiterer Aspekt, der aktuell noch mit in die Betrachtung einfließen sollte, ist die Lebensdauer der Batterie. Durch die extremen Leistungen wird auch ein hoher Stress auf die Batteriezellen ausgeübt. Das wird sich nicht bei ein paar wenigen Ladungen an einem CCS-Schnelllader bemerkbar machen. Falls du dein E-Auto aber regelmäßig mit maximaler Leistung belädst, wird sich das auf die Reichweite auswirken. Welche E-Autos können mit 22 kW laden?

Fazit - CCS-Anschluss bei E-Autos

Wie jede Technik hat auch das CCS seine Vor- und Nachteile. Vor allem die höheren Kosten sind als Nachteile zu verzeichnen. Wer aber mit den höheren Kosten leben kann, erhält durch das Combined Charging System (CCS) deutlich mehr Flexibilität. Neben der Möglichkeit, an der heimischen Wallbox zu laden, können E-Autos mit CCS-Anschluss auch an Schnellladern (meist an der Autobahn) zügig Reichweite nachladen.
Wie viel hängt aber von der verbauten Technik im Elektroauto ab. Deshalb solltest du bei der Anschaffung deines E-Autos auf diese feinen Unterschiede achten. So sparst du dir auf langen Fahrten dann die böse Überraschung.